"Leben artikuliert sich auf ineinander verschachtelten simultanen Bühnen, es produziert und verzehrt sich in vernetzten Werkstätten. Doch was für uns das Entscheidende ist: Es bringt den Raum, in dem es ist und der in ihm ist, jeweils erst hervor."

Peter Sloterdijk Shären III Schäume S.24

„Mangels einer operativ erfolgreichen Zornsammelstelle mit einer verbindlichen Was-tun?-Perspektive fehlt es zugleich an den Theorie-Standpunkten, von denen aus Lagebesprechungen über wahrhaft globale Angelegenheiten stattfinden könnten.“

Peter Sloterdijk, Zorn


SKULPTUR FÜR DAS TIEDENKRAFTWERK IN SWANSEA WALES UK

Der Container ist eine Allegorie! Er sagt erschreckend viel über unsere Gesellschaft
aus. In seiner Rastlosigkeit, zu be- und entladen, hat er etwas von einem Sisyphus. Er zeigt uns, wie abhängig wir von internationalen Handelsströmen sind. Unsere Gesellschaft produziert eine Menge und gerade in Bezug auf die Umwelt, fehlt es häufig an Weitblick, an einer Strategie und dem Willen zur nachhaltigen Transformation der Gesellschaft, zum sea change! Diese beiden Themen; der stetige globale Handel, sichtbar an den Umschlagplätzen wie den Häfen, und die Stärke der Umwelt, der wir ausgesetzt sind, auf der anderen Seite, werden in “SWANSEACHANGE” thematisiert.
Sind diese Ereignisse miteinander vereinbar? Müssen wir uns vor Umweltereignissen
schützen, oder können wir die Natur auch nutzen, ohne sie auszunutzen? Entscheidend an dem Tidallagoon- Projekt in Swansea/ Wales ist für mich folgender gesellschaftlicher Paradigmenwechsel; nämlich, dass hier ein resilienter Denkansatz verfolgt wird: Interessen der Gemeinschaft mit der Hilfe der Kräfte der Umwelt und nicht gegen sie umzusetzen. Diese Spannweite von Themen möchte ich in meiner Arbeit “SWANSEACHANGE” im Betrachter wachrufen. Die Arbeit zeigt das explosive Ausbrechen, der Wasserströme, die plötzliche Entladung der Container und das meditative unermüdliche Auf und Ab, Anwachsen und Abschwellen der Containergebilde auf der anderen Seite. Die Arbeit soll komplett ohne extern zugefügte Energie funktionieren; die Installation nimmt sich die nötige Energie für die rein mechanischen Abläufe ausschließlich durch den Tidenhub.

A vessel is berthed in the lagoon! Its cargo, consisting of various stacked containers, resembles sand in a hourglass: it’s imperceptibly decreasing until the ship is completely empty. Then, evidently, the loading of the ship begins anew. At maximum capacity – in fact the vessel appears overloaded - a waterfall-explosion cascades down the containers. The side doors of the containers are being forced open and the water flows down, across  the deck and back into the lagoon. Subsequently the pile of containers begins  to shrink again until the ship is yet again empty. That completes the circle.
The container is an allegory. It reveals an uncomfortable lot about our society. In its restless cycle of  being permanently loaded and unloaded, it resembles Sisyphus.. It signifies how dependent we are on international trade.
Our society produces a great deal and we lack foresight, especially environmentally.  We have no strategy and no political will to a transformation towards a more sustainable society, towards the sea change!
These are the two topics  “SWANSEACHANGE” deals with: the continued global trade, visible through transfer sites like ports and harbours  on one hand, and on the other the natural power of the environment that surrounds us.